Peru-Rundreise vom 01.10. – 13.10.2017

Ein Reisebericht

01.10.2017:

Wenn 22 Odenwälder die Welt bereisen, dann lacht der Himmel, so auch am 01.10.2017, unserem Beginn einer unvergesslichen Rundreise durch Peru.

Unsere Flüge nach Lima via Madrid starten mit einer Stunde Verspätung, wir landen jedoch pünktlich am frühen Morgen des 02.10. um 05.30 Uhr in Lima.

 

02.10.2017:

Unsere Abfahrt ins Hotel verzögert sich etwas, da ein Koffer beschädigt ist und wir selbst unter Mithilfe unseres Reiseleiters, Franziskus, keine entsprechende Anlaufstelle finden. Das Verkehrschaos in den Städten Perus spüren wir sofort, es geht nur langsam voran und überall wird zunächst mal gehupt und gedrängelt. Kein Wunder, denn von den knapp 32 Mio. Einwohnern Perus leben ca. 11 Mio. in Lima einschl. der Stadtteile. Unser Stadthotel „Jose Antonio de Luxe“ ist erstklassig und sehr modern eingerichtet, leider bleiben wir hier nur eine Nacht. Eigentlich sollten wir im Hotel „Jose Antonio Executive“ wohnen, wurden aber im höher klassigen einquartiert.  Gleich nach dem einchecken erkunden einige die Stadt um sich mit Bargeld und Wasser zu versorgen. Natürlich werden auch gleich heimische Gerichte probiert. Unsere Stadtführung beginnt um 14.00 Uhr. Es finden sich überall Spuren des spanischen Stadtgründers Francisco Pizarro, der den Eroberungszug gegen die Hochkultur der Inka anführte. Am Abend besuchen wir ein Restaurant das direkt an der Steilküste liegt.   

 

03.10.2017:

Schon früh verlassen wir unser Hotel und fliegen mit ca. einer Stunde Verspätung nach Arequipa. Der Flug Richtung Süden über die Anden liefert beeindruckende Landschaftsbilder: Wüste, Gletscherbedeckte Hochgebirgszüge, tiefzerrissene Taleinschnitte und am Horizont sogar der Wolkenpilz eines Vulkanausbruchs. Arequipa, die Hauptstadt des südlichen Hochlandes liegt auf ca. 2.300 m, hier herrscht ein sehr trockenes und heißes Klima mit nur ca. 30 / 40 % Luftfeuchtigkeit. Drei Vulkankegel, alle über 5.500 m hoch umgeben die Stadt. Die Zimmer in unserem Hotel sind noch nicht alle bezugsfertig, deshalb schlägt unsere neue Reiseleiterin, Marcia, vor, dass wir uns in benachbarten kleinen Geschäften mit Obst, Gebäck etc. versorgen und uns auf der Dachterrasse des Hotels wieder treffen. Nach dem einchecken beginnt unsere Stadtführung zu Fuß mit dem Besuch des Klosters Santa Catalina. Das Kloster gleicht einer Stadt in sich, hier herrschte nie die Enthaltsamkeit vor, denn jede Nonne hatte ihre eigene Wohnung mit Küche und eigenes Personal, sicher ein Alleinstellungsmerkmal, nicht nur in der damaligen Zeit. Der Beiname von Arequipa, „die weiße Stadt“ rührt von dem hier oft verbauten weißen Tuffstein her. Am Ende unserer Besichtigungstour besuchen wir das bekannte Restaurant „Zig Zag“: Schönes Ambiente, enge Treppen, kleine Räume aber Platz für alle. Hier genießen wir ein super Essen (Dreierlei auf dem heißen Stein, u.a. Alpaka. Draußen auf den Straßen und Gassen feiern die Peruaner ihr religiöses Fest ….. mit lauten Rhythmen, Gesang und Feuerwerk. In einem Innenhof werden Strickwaren angeboten, es wird viel probiert, gefeilscht aber wenig gekauft. In einer hotelnahen Bar gibt es noch einen „Absacker“.

 

04.10.2017:

Die gepackten Koffer sind alle im Bus verstaut und wir begeben uns heute in Richtung Colca-Tal. Die Fahrstrecke, ca. 170 km, führt uns durch ein sehr dünn besiedeltes Gebiet (teils Ausläufer der Atacamawüste). Unterwegs queren wir die Gegend in der uns eine der vier Lama Arten, die Vikunas, begegnen. Beim nächsten Stopp auf über 4.000 m Höhe probieren wir den vielgerühmten Coca-Tee oder auch Coca mit Munia gemischt. Danach erreichen wir eine Passhöhe von 4.910 m. Es ist sehr windig und alle genießen den wunderbaren Rundblick. Marcia erklärt uns noch, dass in einem der Gebirgsketten der Amazonas entspringt, desweiteren sehen wir die Rauchwolken des aktiven Vulkans „Sabancaya“, (5.967 m). Kaum zu glauben was die Nähe zum Äquator möglich macht, in den Alpen stünden wir jetzt etwas über dem vergletscherten Mont Blanc, hier führen Stromtrassen ins nächste Tal. Mittagessen (Buffet, in einer Schale soll gegrilltes Meerschweinchen sein?!?) in einem kleinen Dorf und anschl. kleiner Rundgang durch den Ort mit Kirche, Marktplatz und Markt. Unser heutiges Hotel gleicht einem kleinen Ort, „La Casa de Mamayacchi“ und liegt etwas außerhalb. Ein Großteil der Gruppe kommt mit zum Thermalbad, hier wartet 38 °C warmes Wasser auf uns und an der Beckentheke gibt es einen „Pisco-Sauer“, DEEER peruanische Cocktail. Am Abend sitzen wir am Kaminfeuer, einige nehmen noch eine kleine Mahlzeit am Buffet ein. In unseren Räumen läuft die Heizung es ist zum ersten mal richtig kalt.

 

05.10.2017:

Um 5.30 Uhr werden wir durch klopfen an der Zimmertür geweckt. Heute liegt eine lange Wegstrecke vor uns, ca. 280 km.  Wir fahren zunächst weiter durch das Colca Tal, die dortigen Terrassenfelder sind z. T. über 2.000 Jahre alt und werden heute noch per Hand bewirtschaftet, sie befinden sich in einer Höhe von 3.200 – 3.700 m Höhe, angebaut wird Getreide, Gemüse und vor allem Kartoffel. Weiter geht es zur gewaltigen Colca-Schlucht (zweittiefste Schlucht der Welt). Von dem Aussichtspunkt „Cruz del Condor“ sieht man in ca. 1.400 m Tiefe den Colca-Canyon und mit zunehmender Thermik den Flug des Kondors, diese „Könige der Anden“ sind wahre Flugkünstler, ihr kreisen wirkt einfach majestätisch. Auf unserem weiteren Weg Richtung Puno kreuzen wir die „Panamericana“, sie ist über 15.000 km lang, beginnt in Alaska und endet in Feuerland. Unterwegs nehmen wir unsere Lunchpakete in Empfang, danach fahren wir wieder den Pass bis auf 4.910 m hinauf. Die Mittagspause verbringen wir wieder bei unserem gestrigen Stopp wo wir die Coca-Tee-Pause eingelegt hatten. An einem See auf ca. 4.500 m Höhe sehen wir Flamingos, es ist richtig warm hier, bestimmt ca. 25 °C. Später fahren wir durch eine Stadt die geprägt ist von Drogenhandel, Schmuggel und Korruption. Auf kürzester Distanz sehen wir bestimmt 20 - 30 Tankstellen, ein Phänomen dank der Geldwäsche. Puno (3.820 m), am Rand des Titicacasees erreichen wir am frühen Abend. Marcia und der Busfahrer Hugo verabschieden sich, morgen werden wir den dritten Reiseleiter bekommen. Unser Hotel „Libertador“ liegt direkt am See und ist ein umgebautes Gefängnis, sehr gepflegt und modern eingerichtet, erwähnenswert: hier sind wir für zwei Nächte untergebracht. Die Höhenkrankheit macht auch vor unserer Gruppe nicht halt, der Eine oder Andere kämpft mit den Unannehmlichkeiten, auch die Sauerstoffmasken in der Hotellobby werden in Anspruch genommen. Einige aus der Gruppe essen noch im Hotel-Restaurant.

 

06.10.2017:

Um 7.00 Uhr treffen wir unseren neuen Reiseleiter, Cäsar, mit ihm laufen wir hinab zum Bootssteg und fahren mit einem Boot auf dem Titicaca-See zu den schwimmenden Inseln der Uros. Wir erleben die Lebensweise des Stammes, es gibt noch ca. 7.000 Uros, und erfahren wie diese schwimmenden Inseln „gebaut“ werden. Es gibt 97 solcher Inseln davon ist ca. die Hälfte bewohnt, sie werden rotierend genutzt. Eine Inseleinheit besteht aus ca. 16 einzelnen kleinen Parzellen, sie werden aneinander gepflockt, verankert und bieten bis zu sieben Familien Platz. Nach ca. 25 Jahren „versinkt eine solche Inseleinheit, sie wird einfach zu schwer durch das ständige ausbreiten von Schilf und Binsen auf dem Boden. Wir probieren eine z. T. essbare Schilfart, der im Wasser stehende Teil ist genießbar. Eine kurze Tour mit einem „Binsenboot“ rundet den Besuch ab. Die Lebensdauer dieser Boote beträgt drei bis fünf Jahre. Die beiden Bootsrümpfe bestehen aus PET-Flaschen und werden außen mit Binsen und Schilf umwickelt. Eine lange Bootstour führt uns zur Insel „Taqulie“, sie wird von Indianern bewohnt, die in sehr einfachen Verhältnissen leben und arbeiten. Zunächst wandern wir bergauf und so ziemlich jeder spürt den Sauerstoffmangel, die Schritte werden kleiner, die Pausen länger. Einige gehen sogar noch weiter hoch bis zu einem schönen Aussichtspunkt. Wir erreichen ein Lokal, vorgelagert ein Platz wo uns die Einwohner ihre Webkunst vorführen, bei Musik wird gesungen und getanzt, zum Schluss natürlich mit uns. Zum Mittagessen gibt es Lachsforelle….war sehr lecker! Um zu einem anderen Bootssteg zu gelangen laufen wir nun auf der anderen Inselseite bei herrlichen Ausblicken bergab. Die Rückfahrt dauert wieder ca. 2 Stunden, jeder genießt die Fahrt auf seine Weise. Abends treffen sich viele im Hotel-Restaurant oder an der Bar.

 

07.10.2017:

Heute sind wir wieder „auf Achse“, die Tagesstrecke bis Cusco beträgt ca. 390 km, hierfür steht uns ein komfortabler Reisebus zur Verfügung. Es gibt wenig Interessantes zu sehen, ab und zu einige Dörfer, die Mauern der Häuser sind meist mit selbstgemachten, luftgetrockneten Lehmbacksteinen errichtet. Fast jedes Haus hat ein kleines WC-Häuschen (Futschie…), welches mehr oder weniger genutzt wird. Es resultiert aus dem Jahr 1996 als eine große Cholera-Epidemie ausbrach. Um ca. 11.00 Uhr verlassen wir die Hochebene von Puno (4.335 m), nun gelangen wir in das Hoheitsgebiet von Cusco. Ein verträumter Bachlauf, Eukalyptusbäume auf einer Anhöhe und mitten drin ein Restaurant, hier gibt’s unser Mittagsbuffet. Am Nachmittag besuchen wir die Ruinen von Raqchi, sie stammen aus der Prä-Inka-Zeit. Starker Wind kommt auf, doch der Regen bleibt aus. Cäsar zeigt uns ein Stück des sogenannten Inka-Pfades, eine Straße der Inka von Feuerland bis Ecuador. Wir sehen zum ersten mal die große Kunst der Inka, Steine passgenau ineinander zu setzten ohne Mörtel o.ä., einfach grandios. Später besuchen wir in Andahuaylilas noch eine reich verzierte Kolonialkirche. Rund um den Marktplatz gibt es reichlich Souvenierläden, bei einem Schmuckhändler dürfen wir einem Handwerker „über die Schulter schauen“ und sehen wie er kleinste Steinchen abschleift und in Silberösen einfügt. Unser Stadt-Hotel in Cusco  erreichen wir am Abend, Cäsar samt Busfahrer verlassen uns noch vor dem einchecken und die neue Reiseleiterin lässt sich per Telefon entschuldigen. Der Abend steht zur freien Verfügung, man trifft sich teils im Hotel-Restaurant, teils an der Hotel-Bar oder unternimmt noch einen Spaziergang. Später feiern die Peruaner wieder auf der Straße mit viel Musik und Tanz.

 

08.10.2017:

Cusco (3.400m), im Andenhochland an einem Talende gelegen, hat etwa 600.000 Einwohner, die angrenzenden Berghänge sind alle, teils wild und ohne Genehmigung bebaut, es sieht alles so unfertig aus. An den steilsten Stellen gibt es keine Straße mehr, nur Treppen führen zu den einzelnen Häusern. Unsere neue Reiseleiterin heißt Vanessa, sie hat in Österreich Archäologie studiert und ihren Abschluss in Peru nochmals wiederholt damit dieser auch hier in Peru anerkannt wird. Sie nimmt auch aktiv an Ausgrabungen (ab 2018 wieder in Machu Picchu) teil. Sie verfügt über ein schier unheimliches Wissen was ihre Kultur betrifft, wir hätten keine bessere Reiseleiterin bekommen können. Wir fahren zunächst zu einem hochgelegenen Aussichtspunkt, hier steht eine kleine Kopie der Christus-Statue von Rio. Anschließend besuchen wir die Ruinen der gewaltigen Inka-Festung oder –Burg  „Sacsayhuamán“. Die gewaltigen, im Zickzack verlaufenden Grundmauern wurden im „Inka-Stil“ zentimetergenau zusammengefügt ohne Mörtel ohne alles. Die Steine wurden so lange bearbeitet bis sie passgenau zu den vorher gefertigten Lehmabdrucken (positiv und negativ) passten. Eingefügt ins Mauerwerk wurden sie über die Mauermitte, hier befand sich der höchste Stein, und man konnte nun die weiteren Steine nach beiden Seiten „abrutschen“ lassen. Man schätzt die Bauzeit auf 130 – 170 Jahre. Die nächste Station bei Cusco ist „Quenqo“ ein urzeitliches Observatorium, den oberen Teil der Anlage darf man nicht betreten (nur am 21.06. jd. Jahres zur Sonnenwende), hier befindet sich eine Sonnenuhr. Bei Sonnenaufgang am 21.6. ergibt sich ein Schatteneffekt, man sieht ein Pumagesicht. Ein kurzer leichter Regen überrascht uns bei dem Rundgang. „Puka Pukara“ heißt die dritte Anlage die wir heute Vormittag besuchen, es war eine Inka-Station, u.a. für Händler und Boten mit  Getreidespeicher, Wohnlager und Stallungen. Vanessa berichtet, dass sogar lebender Fisch auf diesem Inka-Pfad transportiert wurde. Auf ihrem Weg haben die Boten in diverse Schnüre Knoten gemacht um so Informationen zu sammeln (z.B. Anzahl Maisfelder, Geburten….). Vor der Rückfahrt zum Hotel halten wir bei einer Kleiderfabrik an. Nach erfolgreicher Anprobe wird um jeden Soles am Preis gefeilscht. Nachmittags gehen wir zu Fuß zur Altstadt von Cusco. In einem kleinen Fußballstadion werden traditionelle Tänze vorgeführt. Leider bleibt festzuhalten, dass die Spanier, die Conquisadores, die meisten Inka-Bauten zerstört haben. Wir besuchen das Dominikaner-Kloster Santo Domingo, es steht auf den Fundamenten des Sonnentempels „Koricancha“, einige Mauerreste hiervon blieben erhalten. In dem perfekten Inka-Mauerwerk gibt es einen sehr kleinen Stein. Auf den ersten Blick sieht es aus als hätte man da die Mauer hier ausgebessert, dem ist aber nicht so, denn was auf der einen Mauerseite als kleiner Stein wahrnehmbar ist, ist auf der anderen Seite ein normal großer Stein, ein Keil also, er dient zur Stabilisierung der Mauer, welche eine Neigung von 6 Grad hat. Zur Inka-Zeit war der Sonnentempel das politische und religiöse Zentrum des Reiches, der „Nabel der Welt“. Es wird zunehmend ungemütlicher, kühl, windig und regnerisch. Zur Kathedrale von Cusco haben wir leider keinen Zutritt, hier findet gerade eine Priesterweihe statt (Erwähnenswert erscheint mir, dass auf dem Abendmahlbildnis in der Kathedrale ein Meerschweinchen als Mahlzeit abgebildet ist). In einer kleinen Gasse zeigt uns Vanessa noch den „Zwölfeckenstein“, danach trinken wir eine heiße Tasse Kakao. Am Abend holen uns zwei kleine Busse ab, beim abendlichen Buffet werden Folkloretänze vorgeführt.

 

09.10.2017:

Um 9.15 Uhr brechen wir auf Richtung Yucay, ca. 50 km. Zuvor starten wir unseren zweiten Versuch, Zutritt zur Kathedrale zu erhalten, doch auch heute haben wir kein Glück, es findet gerade ein Gottesdienst statt und uns wird wieder der Zutritt verwehrt. Im Urubamba-Tal befinden sich die Terrassenfelder, sie stammen noch aus der Vor-Inka-Zeit, sage und schreibe 1.780 Sorten Kartoffel werden hier u. a. angebaut, geerntet wird in der Regel zweimal pro Jahr und das in dieser Höhe. Unterwegs besuchen wir eine traditionelle Weberei, die Inhaberin erklärt uns die einzelnen Schritte von der Rohwolle bis hin zum gewebten Teppich. Nun passieren wir eine Hochebene, Vanessa erzählt uns, dass hier ein internationaler Flughafen entstehen soll, um ein vielfaches größer als der Flughafen in Lima und das auf einer Höhe von über 3.000 m. Bei einem Fotostopp wird uns am Beispiel der Souvenierverkäuferinnen erklärt wie man den Familienstand, die Kaste, etc. der Frauen erkennen kann. Um die Mittagszeit erreichen wir Pisca, ein beschauliches Städtchen, hier besuchen wir den Markt. In einer riesigen Markthalle gibt es frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, und, und, und... Der Rundgang beschränkt sich nicht nur durch das Anschauen, die Eine oder Andere exotische Frucht wird auch probiert. Nach kurzer Fahrt erreichen wir eine Hacienda, hier wird uns ein sehr umfangreiches Mittagsbuffet angeboten. Auf dem letzten Wegabschnitt kommen wir an einer Bierbrauerei (Maisbier), genannt Chicheria, vorbei. Diese Häuser sind mit einer roten Plastiktüte am Haus gekennzeichnet. Vor dem Eintreten zeigt uns Vanessa noch ein beliebtes Geschicklichkeitsspiel: man wirft schwere Münzen in einen Kasten der verschiedene Öffnungen hat, wer das Froschmaul trifft hat gewonnen, sonst werden die Punkte gezählt. Die Inhaberin lässt uns zwei Sorten Maisbier (Chicha) probieren, eins mit Erdbeergeschmack, das andere gelbe Bier hat ca. 1,2 % Alkohol. Nicht alle Maissorten sind zum brauen geeignet, für uns Deutsche ist das geschmacklich weit entfernt von Bier. Unsere heutige Unterkunft ist ebenfalls eine Hacienda mit zwei Innenhöfen und einer wunderschönen Gartenanlage, alles sehr gepflegt. Den Abend genießen wir bei Kamin- und Lagerfeuer im Bar-Pavillon.

 

10.10.2017:

Heute werden wir unbestritten, einen der Höhepunkte unserer Peru-Reise erleben, Machu Picchu. Um 7.40 Uhr fahren los, an einer steilen Felswand hält unser Bus, Vanessa zeigt uns ein etwas anderes Hotel: Im Fels hängen einige Biwaks, sie dienen als Schlafraum und ein etwas größeres in einer Felsnische gelegen scheint wohl der „Aufenthaltsraum“ zu sein, coole Idee. Wir machen noch einen Abstecher in ein kleines Bergdorf, hier verlaufen noch die alten Wasserläufe entlang den Straßen, am Berghang gegenüber sind Inka-Ruinen zu sehen. Später auf dem Weg zu den Bahngleisen wird uns überall Mückenspray etc. angeboten, und tatsächlich, wie bestellt, sind auf einmal überall Stechmücken, die „Voba-Spray-Dose“ macht nun die Runde und sorgt für Abhilfe. Um 9.45 Uhr beginnt unsere Zugfahrt im 1.Klasse-Abteil mit Panoramafenster und gleich beginnt der Service: Kaffee, Tee, Sandwich, Kuchen…. einfach genial. Doch  dann, auf halben Weg hält unser Zug an und nach einiger Zeit erfahren wir, dass Bäume über die Gleise gestürzt sind und diese nun erst mal entfernt werden müssen, Dauer ca. 1 Stunde.;((. Auf der Weiterfahrt sehen wir Wanderer die den Inka-Trail machen, diese Tour dauert vier Tage und man muss über Pässe die über 4.200 m hoch liegen, ist wohl eine abenteuerliche, schweißtreibende Angelegenheit, aber bestimmt wunderschön. In dem kleinen Dorf, Aguas Calientes, es wird wohl täglich von einigen Tausend Touristen überschwemmt, wechseln wir von der Bahn in kleine Busse, welche uns bis nach Machu Picchu (2.400 m) bringen, die Wartezeit beträgt ca. 30 Minuten. Enge Serpentinen führen über 8 km hinauf bis zum Eingangsportal, erst jetzt nimmt man den Ruinenkomplex wahr. Es eröffnen sich grandiose Aussichten in die umliegenden Täler und gegenüberliegende Berghänge, auch hier sind Terrassenfelder zu sehen. Geographisch befinden wir uns nun an der Grenze zwischen dem peruanischen Hochland und dem Regenwald. Die Spanier sind nicht bis Machu Picchu vorgedrungen und die Stadt ist weder eingenommen noch zerstört worden. Es ist zu lesen, dass 1911 ein Einheimischer den amerikanischen Prof. Hiram Bingham nach Machu Picchu führte, der dann 1913 mit den Ausgrabungen und Restaurierungen begann. Die Anlage ist bis heute nicht vollständig freigelegt (ca. 83 %), Vanessa sagt, sie werde wohl nächstes Jahr hier wieder Ausgrabungen im unteren Teil vornehmen. Man geht davon aus, dass hier 700 – 1.000 Personen lebten. Es ist fast davon auszugehen, dass die Fundamente dieser Anlage aus der Prä-Inka-Zeit stammen und Inka „nur“ weitergebaut und verfeinert haben. 1862 war bereits ein Deutscher, Hermann Göring, hier und hat die Gegend kartographisch erfasst (zu sehen im Senckenberg-Museum). Dank Vanessa erfahren wir, dass die einzelnen Terrassenfelder unterschiedlich temperiert sind und somit unterschiedlich bepflanzt wurden, sie hat  bei ihren Ausgrabungen Reste von dem bekannten Guano-Vogel-Mist gefunden der nur an der peruanischen Küste vorkommt (über 1300 km entfernt). Die Bewässerung erfolgte durch einen  ca. 700 m langen Kanal von der Quelle nahe dem Sonnentor gelegen. Das Sonnentor ist ein beliebtes Kurzwanderziel von hier hat man einen sehr guten Überblick über die gesamte Anlage. Die Thesen, dass Machu Picchu eine Sommerresidenz oder gar eine Opferstätte für Jungfrauen gewesen sei, sind widerlegt. Auf Grund der umfangreichen Ausführungen von Vanessa haben wir nur sehr wenig Zeit um die Anlage auf eigene Faust zu erkunden, nicht zuletzt auch wegen unserer verspäteten Zugankunft hier. Für die Rückfahrt mit den Bussen stehen wir ca. 1 ½ Stunden in der Schlange somit war auch nur sehr wenig Zeit für unser vorbestelltes Essen in einem Restaurant, es war super gut. Eiligst verlassen wir das Restaurant um an den Bahnhof zu gelangen, dort stehen wir wieder in der Schlange und unser Zug hat Verspätung…hätten wir das mal gewusst…. Im Zug werden uns vom Personal die neuesten Alpaka-Moden vorgeführt. Unser Busfahrer der uns zurück nach Cusco bringt leistet auf dem Parkplatz Milimeterarbeit. Es war eine Kunst den großen Bus aus dem Parkplatz-Chaos zu rangieren…Chapo!…In Cusco checken wir am späten Abend wieder im  gleichen Hotel ein wie vor zwei Tagen.

 

11.10.2017:

Der heutige Tag steht zur freien Verfügung. Es wird noch ein Halbtages-Ausflug zu den Salzminen von Maras angeboten, nach zwei Krankmeldungen, nehmen noch neun Personen daran teil. Die Salzbecken liegen auf halber Wegstrecke zwischen Cosco und Matchu Picchu abseits der Hauptstraße, die ältesten Becken sollen 1.000 Jahre alt sein, waren also bereits vor der Inka-Zeit in betrieb. 100 Familien haben diese Anlage geerbt und ein Kollektiv gegründet, alle Familienmitglieder sind in die Arbeitsprozesse eingebunden. Die Anzahl der Salzbecken stieg in den letzten Jahren auf 2.500 Stück, sie sind in dem Tal terrassenförmig angelegt. Gespeist werden diese Becken durch warmes salzhaltiges Wasser (warmes Wasser drückt sich durch salzhaltiges Gestein). Die Beckenränder sowie die Zu- und Abläufe sind allesamt salzverkrustet und nehmen bizarre Formen an. Auf Grund der geringen Luftfeuchtigkeit werden die Becken (die Wassertiefe beträgt ca. 20 / 30 cm)  bereits nach 2- 3 Tagen „abgeerntet“, mit Holzschiebern werden die Salzkristalle gehäuft und später in Säcken per Hand abtransportiert und in den großen Lagerhallen weiter bearbeitet. Es gibt unterschiedliche Qualitätsstufen, vom reinen Speisesalz bis zum Badesalz, es gibt sogar salzhaltige Schokolade zu kaufen. Am Abend warten wir auf Vanessa, sie verspätet sich etwas, so bleibt Zeit für einen Drink an der Hotelbar. Später fahren wir mit zwei kleinen Bussen zum Restaurant das im Künstlerviertel von Cusco liegt. Vanessa hat ihre beiden ältesten Söhne dabei. Wir genießen das vorbestellte Essen bei Bier und Wein und bedanken uns abschließend bei Vanessa für die vorzügliche Betreuung und ihre fachkundigen Ausführungen.   

 

12.10.2017:

Der Abschied naht, um 13.15 Uhr werden wir vom Hotel zum Flughafen gebracht. Es scheint so als gäbe es keine pünktlichen Flüge, unser Flug nach Lima hat eine knappe Stunde Verspätung, der von Lima nach Madrid, ca. 45 Min. und der letzte „Hüpfer“ nach Frankfurt/M. auch ca. 1 Stunde. Gott sei Dank, konnten wir unser Gepäck „durchchecken“ bis Frankfurt.

 

13.10.2017:

Wohlbehalten aber geschafft von den Strapazen kommen alle Teilnehmer am 13.10.2017 wieder zu Hause an. Es ist das Ende einer erlebnisreichen Reise. Die Gruppe wird sich nochmal zu einem Bilderabend treffen.